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Hellweg-RealSchule
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Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts setzte sich u.a. unsere 10a intensiv mit der Geschichte des Holocaust auseinander.

Für die Klasse ging es dann Anfang März an den Ort der Verbrechen, der sinnbildlich für den Holocaust steht.

Die Reise begann am Flughafen Dortmund, von wo aus die Klasse nach Kattowitz in Polen flog.

Von dort aus ging es weiter zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz I und Auschwitz II – Birkenau.

Der erste Programmpunkt war der Besuch des Stammlagers Auschwitz I. Schon der Eintritt durch eine Gasse, in der Lautsprecher die Namen von 1000 Opfern kundtaten und der Gang durch das Tor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ hinterließ bei vielen Schülerinnen und Schülern ein beklemmendes Gefühl. Die Worte spiegeln eine grausame Ironie wider, denn für die meisten Menschen bedeutete der Aufenthalt in diesem Lager unvorstellbares Leid, Unterdrückung und Tod.

Begleitet von einer Museumspädagogin erkundete die Klasse zunächst mehrere Häftlingsblöcke des Lagers. In verschiedenen Ausstellungen wurden persönliche Gegenstände ehemaliger Häftlinge gezeigt. Besonders eindrücklich waren die Vitrinen mit Haaren, Prothesen, Brillen und Schuhen der Gefangenen. Diese Gegenstände verdeutlichen nicht nur die individuellen Schicksale der Menschen, sondern auch das unfassbare Ausmaß des menschlichen Verlustes.

Viele Schülerinnen und Schüler waren besonders erschüttert über den Anblick der zahlreichen Kinder- und Babyschuhe. Sie machten deutlich, dass auch Babys und Kleinkinder kaum eine Überlebenschance hatten und dass unzählige Familien zerstört, vernichtet wurden.

Ein weiterer prägender Ort war der sogenannte „Todesblock“. Dort besichtigte die Klasse die Kellerzellen sowie die Hinrichtungswand. Diese Orte zeigen die brutalen Kontroll- und Bestrafungsmethoden, die im Konzentrationslager angewandt wurden, und vermitteln eindrücklich, unter welchen Bedingungen die Häftlinge leben mussten.

Beim Gang durch die Gaskammer 1 und an dem anschließenden Krematorium vorbei sprach niemand mehr ein Wort.

Im Anschluss ging es weiter zum Lager Auschwitz II-Birkenau, dem größten Teil des Lagerkomplexes. Nachdem die Klasse das bekannte Torhaus durchquert hatte, führte die Museumspädagogin die Gruppe über das weitläufige Gelände. Dort sahen die Schülerinnen und Schüler die Überreste der Gaskammern und Krematorien, die von den Nationalsozialisten am Ende des Krieges teilweise zerstört wurden, um Spuren zu verwischen.

Auch eine der erhaltenen Baracken wurde besichtigt. Sie machte deutlich, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Menschen im Lager leben mussten: Enge, Kälte, Hunger und Krankheiten bestimmten den Alltag der Gefangenen.

In Auschwitz haben etwa 1,1 Millionen Menschen ihr Leben verloren. Eine Zahl, die für die Schülerinnen und Schüler unvorstellbar blieb.

Die Auseinandersetzung mit diesen Fakten und die Eindrücke vor Ort hinterließen bei der gesamten Klasse einen tiefen Eindruck.

Am Ende des Tages waren sich alle einig, wie wichtig es ist, das Wissen über den Holocaust zu bewahren. Orte wie Auschwitz zu besuchen, die Geschichte direkt vor Augen zu haben und sich mit den Schicksalen der Opfer auseinanderzusetzen, wirkt nachhaltig. Das Erinnern soll helfen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen – ein Erinnern gegen das Vergessen.

Am nächsten Tag besichtigte die Klasse noch kurz die Stadt Kattowitz, bevor es schließlich wieder zurück nach Unna ging. Die Reise hinterließ viele nachdenkliche Eindrücke und machte deutlich, wie wichtig historische Bildung und Erinnerungskultur sind.

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